11. September 2010

"Emma", rief die Großmutter, "wollen wir einen Rosinenkuchen backen?" Als Emma das hörte, rannte sie sofort zu ihrer Großmutter in die Küche. Sie liebte nämlich Rosinenkuchen. Die Großmutter bereitete alle Zutaten vor und schüttete eine Packung Rosinen auf den Teller. Emma setzte sich an den Tisch und schaute auf die vielen kleinen Rosinen. |
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"Oma", sagte Emma, "schau mal, jede Rosine schaut anders aus. Die eine ist dünn, die andere dick. Schau mal, hier ist eine ganz lange, die schaut aus wie ein Regenwurm und da liegt eine kleine, runde Rosine. Das ist ein Käfer mit Flügeln und vorne und hinten hat er einen schwarzen Punkt." Emma war ganz vertieft in die verschiedenen Farben und Formen der vielen Rosinen und sie fing an zu träumen. Auf einmal sah sie, wie sich die kleine, runde Rosine bewegte. Sie hüpfte hoch, flatterte mit ihren Flügeln und flog über alle anderen Rosinen bis zum Tellerrand. Plötzlich bewegte sich noch eine Rosine. Emma erkannte den Regenwurm wieder, der sich zwischen allen anderen Rosinen durchschlängelte und sich am Tellerrand neben die Käferrosine setzte. "Hallo", sagte die Regenwurmrosine zu der Käferrosine. "Warum sitzt du hier?" "Ich will nicht im Kuchen gebacken werden!" erwiderte die Käferrosine. "Ich auch nicht", erklärte die Regenwurmrosine, "laß uns schnell weglaufen!" "Halt, halt nicht so schnell, ich möchte auch noch mit", piepste es zwischen den Rosinen. Eine kleine Maus mit einer langen spitzen Nase kam zum Tellerrand gesprungen und schloss sich den beiden anderen an. Zu dritt hüpften sie vom Teller auf den Tisch, hinunter auf den Boden und blitzschnell zur Terrassentüre hinaus. Emma folgte ihnen und hörte gar nicht, wie die Großmutter sie aufforderte die Rosinen vom Teller in den Teig zu schütten. Das war sonst immer ihre Lieblingsarbeit. |
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| Emma lief in den Garten und suchte die drei Ausreißer. Sie schaute unter die Gartenstühle, unter die Gartentruhe und suchte überall auf der Wiese. Aber die drei Rosinen waren verschwunden. Es war ein kalter Regentag und Emma fing an zu frieren. Sie war sehr traurig, dass sie die drei Ausreißer nicht mehr fand und machte sich wieder auf den Weg zur Großmutter in die Küche. Doch vor der Terrassentüre blieb sie plötzlich stehen. Was war das? Sie ging noch einmal einen Schritt zurück, denn sie hörte ein leises Gejammer. Wo kam es nur her? Sie suchte und suchte und tatsächlich fand sie unter einem großen Stein die drei Rosinen. Fest aneinandergeklammert zitterten sie vor Kälte. "Wir möchten zurück in den Kuchen und im warmen Ofen gebacken werden, es ist so kalt hier draußen", jammerten sie. Emma bückte sich hinunter, hob die drei Ausreißer auf und legte sie auf ihre Hand. Ganz kalt und klebrig waren sie. |
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| Emma lief ganz schnell in die Küche, aber es war zu spät. Die Großmutter holte gerade den fertigen Rosinenkuchen aus dem Backofen und die ganze Küche duftete herrlich nach warmen Rosinen. "Oma", rief Emma, "ich habe noch drei Rosinen, den Regenwurm, die Maus und den Käfer, die möchten auch noch gerne in den Kuchen". Die Großmutter schaute sich die drei Ausreißer an und stellte fest, dass sie ganz schmutzig waren. "Macht nichts", sagte Emma und hielt sie gleich unter den Wasserhahn. |
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| Emma knetete sie zwischen ihren Fingern und konnte fühlen wie weich und biegsam die drei Rosinen waren. "Aua, aua, drück uns nicht so fest", riefen die drei. Emma musste lachen. Vorsichtig trocknete sie die drei sauberen Ausreißer ab und legte sie oben auf den warmen Kuchen. Ganz schnell krochen sie in den Kuchen hinein. Die Rosinenmaus, der Rosinenkäfer und der Rosinenregenwurm waren nicht mehr zu sehen. Nur drei kleine Löcher blieben übrig. Aber nicht lange, denn Oma kam schon mit dem Schokoladenguss und verteilte ihn über den ganzen Kuchen. Emma freute sich beim Essen des Kuchens über die vielen Rosinen und dachte bei jeder Rosine, die süß und gut schmeckte an ihre drei Ausreißer. |
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