Der tapfere kleine Schmetterling
10. September 2010

| In einem Wald lebten zwei Zwerge. Der eine hieß Zwack und der andere Zwick. Sie waren Brüder. Zwack war ein sehr braver und guter Zwerg, aber sein Bruder, der Zwick war oft böse und machte viele dumme Streiche. |
![]() |
| Als beide Zwerge wieder einmal im Wald spazieren waren, sah Zwick einen schönen, kleinen Schmetterling, der ein kleines Körbchen mit Blütenstaub bei sich trug. Zwick packte den Schmetterling an einem Fuß, sodass er nicht mehr weiterfliegen konnte. "Wo willst du hin?", fragte Zwick. "Nach Hause zu meiner Familie", antwortete der kleine Schmetterling ängstlich. "Lass mich los, du tust mir weh", flehte er. |
![]() |
| Aber Zwick lachte und zog ihn an seinem Beinchen im Kreise herum, bis der kleine Schmetterling sein Körbchen mit dem Blütenstaub verlor. Dann ließ er ihn wieder frei. Aber der kleine Schmetterling war so verwirrt, dass er gar nicht mehr richtig in die Luft fliegen konnte. Das freute den bösen Zwerg Zwick und er packte ihn noch einmal an seinem Beinchen und zog kräftig daran. "Du bist böse", jammerte der kleine Schmetterling. " Das werde ich meiner besten Freundin der Biene erzählen. Die wird dich dafür bestrafen", sagte der kleine Schmetterling weinend. |
![]() |
| Zwick lachte und ließ den kleinen Schmetterling am Boden liegen. Sein Bruder schimpfte sehr mit ihm, weil er oft so böse zu anderen Tieren war. "Du darfst keine anderen Tiere quälen", sagte Zwack, und wenn es der Schmetterling seiner Freundin der Biene erzählt, wird es dir schlecht gehen." Aber Zwick lachte nur. | ![]() |
| Am nächsten Tag hatte sich der Schmetterling wieder erholt und flog so schnell er konnte zu seiner Freundin, der Biene und erzählte ihr die ganze Geschichte. "Ich werde ihn bestrafen", sagte die Biene, "fliege du nur nach Hause und erhole dich". "SSSSSSSSS" und schon flog die Biene los. Sie wusste ja wo die zwei Zwerge wohnten. |
![]() |
| Beide, Zwick und Zwack, saßen vor ihrer Hütte auf der Bank und unterhielten sich. Plötzlich stürzte sich die dicke Biene wie ein Blitz auf die Nase des bösen Zwerges und stach ihn mit ihren langen Stachel hinein. Zwick schrie ganz laut: "Meine Nase, meine Nase, die Biene hat mich gestochen, aua, aua, aua". Zwack erschrak fürchterlich, nahm seinen Bruder an die Hand und zog ihn mit geschwollener Nase zum Walddoktor. |
![]() |
| Als sie an der Höhle vom Doktor Bär ankamen, war Zwicks Gesicht gar nicht mehr zu sehen, nur eine dicke, rote Nase ragte nach vorne. Doktor Bär setzte seine Brille auf, holte eine Salbe und rieb dem Zwerg die Nase ein. Dann befahl er ihm drei Tage im Bett liegen zu bleiben. Zwick stöhnte und stöhnte. "Das soll sie mir büßen, die böse Biene", sagte er. |
![]() |
| Als nach drei Tagen seine Schmerzen wieder besser waren, machte er sich auf den Weg zur Biene. Er sah wie die dicke Biene gerade in ihrem Haus den Tisch für Besucher deckte. Sie sang dabei ein Lied und freute sich auf ihre Freunde, die Schmetterlinge, besonders auf den kleinen Schmetterling, denn er war ihr bester Freund. Zwick erblickte an ihrer Haustüre, dass der Schlüssel im Schloss steckte. Blitzschnell rannte er hin, sperrte die Türe ab und schloss die Biene ein. Sie hatte nämlich keine Fenster in ihrem Bienenhaus, so dass sie nicht mehr herauskommen konnte. Aber die heran fliegenden Schmetterlinge hatten alles beobachtet und bemühten sich mit aller Kraft die Haustüre wieder aufzubekommen. Nach langer Arbeit schafften sie es. Die Biene war so ärgerlich über den Zwerg, dass sie es sofort allen anderen Bienen erzählte. Und voller Zorn flogen alle Bienen in einem großen Schwarm zur Hütte der Zwerge und zwangen Zwack den Wald zu verlassen. |
![]() |
| Zwick begann zu weinen, denn er liebte seinen Bruder so sehr, dass er zu den Bienen ging und um Verzeihung bat. "Du bist ein guter Zwerg, Zwick" sagten die Bienen, "du darfst bei uns bleiben, aber dein Bruder, der Zwack, der soll gehen". Zwack bemerkte, dass die Bienen es sehr ernst meinten und begann nun auch zu weinen. Er kniete sich auf den Boden und flehte die Bienen an ihn nicht zu verjagen. "Ich verspreche euch nie mehr Böses zu tun und von nun an immer lieb zu allen Tieren des Waldes zu sein. Bitte, bitte lasst mich hier bei meinem Bruder". Die dicke Biene stellte sich vor Zwick auf und sagte drohend zu ihm: "Noch einmal wollen wir es mit dir versuchen, aber wenn du wieder Böses tust, wirst du aus dem Wald verschwinden!" |
![]() |
| Zwick und Zwack jubelten so sehr, umarmten sich und tanzten mit ihren anderen Zwergenfreunden um ihre Hütte. Tatsächlich hielt Zwick sein Wort. Sooft er den kleinen Schmetterling sah, rannte er sofort hin und half ihm beim Tragen des Blütenstaubkörbchens, grüßte alle Tiere freundlich und war zu jedem hilfsbereit. Er tat nie mehr etwas Böses und lebte mit seinem Bruder noch lange vergnügt und fröhlich in der kleinen Hütte im Wald. Der kleine Schmetterling fasste wieder Vertrauen zu Zwick und flog sogar ab und zu an der Hütte vorbei und winkte den beiden Zwergen zu. |
![]() |
| Überlieferte Erzählung einer Großmutter. |
Haben Sie und Ihr Enkelkind Lust bekommen Zwerge, eine Biene oder einen Schmetterling zu basteln? Dann schauen Sie mal in der Kategorie "Bastelspaß" im Unterpunkt "Allerlei" nach. Da finden Sie einige Anregungen, wie man ganz leicht Bienen und Schmetterlinge aus Klorollen basteln kann bzw. wie Sie Schmetterlinge zusammen mit Ihrem Enkelkind falten können. Zwerge kann man ganz einfach aus Tonpapier gestalten.
Viel Spaß beim Geschichten lesen und Nachbasteln der Zwerge, Schmetterlinge und Bienen!:)











